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Tollwut

Tollwut ist eine seit Jahrtausenden bekannte Virusinfektion, die bei Tieren
und Menschen eine akute lebensbedrohliche Encephalitis
(Gehirnentzündung) verursacht. Synonyme sind die Begriffe Lyssa, Rabies
und Rage. Früher benutzte man auch das Synonym Hydrophobie (Wasserfurcht).

Das Virus kann die meisten Arten warmblütiger Tiere betreffen, ist aber
unter Nicht-Fleischfressern selten. Das stereotypische Bild eines
angesteckten („tollwütigen“) Tieres ist der „verrückte Hund“ mit Schaum
vor dem Mund, aber auch Katzen, Frettchen, Füchse, Dachse, Waschbären,
Backenhörnchen, Stinktiere und die Fledertiere - Vampire-Fledermaus
(Desmodus rotundus bzw. Desmodus spec.); bei insektenfressenden
Fledertieren meist Fledermäuse (Microchiroptera) und fruchtfressenden Fledertieren meist Flughunde
(Megachiroptera sehr selten) - können
tollwütig werden beziehungsweise die klassische Tollwut oder eine andere
Form übertragen. Hauptüberträger ist der Fuchs. Eichhörnchen, andere
Nagetiere und Kaninchen werden sehr selten angesteckt. Vögel
bekommen sehr selten Tollwut, da ihre Körpertemperatur höher liegt als
es für eine optimale Vermehrung des Virus notwendig ist. Tollwut kann
sich auch in einer so genannten „paralytischen“ Form zeigen, bei welcher
sich das angesteckte Tier unnatürlich ruhig und zurückgezogen verhält.

 

            

 

 

Erreger

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Genotyp 1: Rabiesvirus (RABV) = Tollwutvirus Dieses Virus ist das klassische Tollwutvirus.

 

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Genotyp 2: Lagos-Fledermausvirus = Lagos bat virus (LBV)

 

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Genotyp 3: Mokola-Virus (MOKV)

 

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Genotyp 4: Duvenhage-Virus (DUVV)

 

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Genotypen 5 und 6: Europäisches Fledermaus-Lyssavirus = European bat lyssavirus (EBLV 1, 2)

 

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Genotyp 7: Australisches Fledermaus-Lyssavirus = Australian bat lyssavirus (ABLV)

 

Die Übertragung:

Das Virus ist im Speichel eines tollwütigen Tieres vorhanden und der
Infektionsweg führt fast immer über einen Biss. Aber auch kleinste
Verletzungen der Haut und Schleimhäute können das Eindringen des Virus
 per Schmierinfektion bzw. Kontaktinfektion ermöglichen. In vitro ist eine
Übertragung durch Schleimhäute vorgekommen. Möglicherweise geschah
eine Übertragung in dieser Form bei Menschen, die von Fledermäusen
bevölkerte Höhlen erforschten. Außer bei der Organtransplantation (drei
Fälle in den USA zu Beginn des Jahres 2004 und drei Fälle in Deutschland
Anfang 2005), ist die Übertragung von einer Person zur anderen bislang nicht beobachtet worden.

 

 

Krankeiheitsverlauf beim Tier:

An Tollwut können alle Säugetiere und bedingt auch Vögel erkranken. Die
Inkubationszeit beträgt im Regelfall 2 bis 8 Wochen. Die Krankheit dauert
zwischen einem Tag und einer Woche und endet praktisch immer tödlich.
Die Krankheit beginnt häufig mit Wesensveränderungen.

 

 

Erkrankte Haushunde können dabei besonders aggressiv und bissig
werden, sind übererregt, zeigen einen gesteigerten Geschlechtstrieb und
bellen unmotiviert („rasende Wut“). Später stellen sich Lähmungen ein,
die zu heiserem Bellen, Schluckstörungen (starkes Speicheln, Schaum vor
dem Maul), Heraushängen der Zunge führen und infolge Lähmung der
Hinterbeine kommt es zum Festliegen. Die Phase der „rasenden
Wut“ kann auch fehlen und die Tollwut gleich mit dem
Lähmungserscheinungen beginnen („stille Wut“). Es kommen auch
atypische Verläufe vor, die zunächst einer Magen-Darm-Kanal-
Entzündung (Gastroenteritis) gleichen.

 

 

Bei der Hauskatze gleicht das klinische Bild dem des Hundes. Häufig zieht
sich eine erkrankte Katze zurück, miaut ständig und reagiert aggressiv auf
Reizungen. Im Endstadium kommt es zu Lähmungen.

 

 

Beim Hausrind zeigt sich eine Tollwut zumeist zunächst in
Verdauungsstörungen, es kommt zu einer Atonie und Aufgasung des
Pansens und Durchfall. Insbesondere bei Weidehaltung muss die Tollwut
immer als mögliche Ursache für Verdauungsstörungen in Betracht gezogen
 werden. Später stellen sich Muskelzuckungen, Speicheln, ständiges Brüllen und Lähmungen der Hinterbeine ein. Bei kleinen Wiederkäuern wie
 Schafen und Ziegen dominiert die „stille Wut“, es können aber auch
Unruhe, ständiges Blöken und ein gesteigerter Geschlechtstrieb auftreten.

 

 

Beim Hauspferd kann die Tollwut als „rasende Wut“ mit Rennen gegen
Stallwände und Koliken oder als „stille Wut“ mit Apathie auftreten. Die
„stille Wut“ kann mit einer Bornaschen Krankheit verwechselt werden.

 

 

Beim Hausschwein dominieren Aufregung, andauerndes heiseres Grunzen,
 Zwangsbewegungen und Beißwut.

 

 

Bei Vögeln ist die Krankheit sehr selten und äußert sich in ängstlichem
Piepen, Bewegungsstörungen und Lähmungen.

 

 

Bei Wildtieren führt eine Tollwut häufig zum Verlust der natürlichen Scheu
vor dem Menschen. Im Endstadium kommt es zu Lähmungen der Hinterbeine

 

 

Therapie :

Es gibt kein bekanntes Heilmittel gegen Tollwut. Nach einer Infektion und
 Überschreitung der Frist für eine Postexpositionelle Prophylaxe wurde in
 letzter Zeit eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten, Virustatika,
 und zeitgleichem künstlichem Koma zur Stoffwechselreduzierung
versucht. Diese Therapieversuche waren jedoch bisher nicht erfolgreich,
da nur einige wenige Patienten eine solche Behandlung mit schwersten
Gehirnschäden überlebten. Als erster Mensch, der eine solche
experimentelle Therapie nach einer Infektion weitestgehend ohne
schwerwiegende Folgeschäden überstanden hat, gilt die US-Amerikanerin
Jeanna Giese. Am 12. Mai 2006 starb ein Jugendlicher in Houston, Texas, an Tollwut als Folge eines Fledermausbisses,
obwohl diese experimentelle
Therapie angewendet wurde.

 

 

Vorbeugung:

Die Erkrankung kann jedoch durch rechtzeitige Impfung verhindert
werden. Die Tollwut verdammte ursprünglich jeden, der daran erkrankte,
zum Tode, bis Louis Pasteur 1885 die erste Tollwut-Impfung entwickelte
und gebrauchte, um das Leben von Joseph Meister zu retten, der von
einem tollwütigen Hund gebissen worden war. Heutige Impfstoffe sind
relativ schmerzlos und werden in den Arm, ähnlich wie eine Grippe- oder
Wundstarrkrampf-Impfung verabreicht. Sie bestehen aus inaktivierten
Viren, welche in menschlichen (humanen) diploiden Zelllinien oder
Hühnerfibroblasten angezüchtet werden.

 

 

Eine Impfung kann auch Stunden nach einem Biss noch erfolgreich sein.
Für eine nachträgliche Impfung bleibt mehr Zeit, wenn die Wunde relativ
weit vom Kopf entfernt ist und durch den Biss keine venösen Blutgefäße
verletzt worden sind. Das Robert-Koch-Institut gibt folgende Richtlinie für
die postexpositionelle Impfung vor:

 

 

Quelle Wikipedia http://www.wikipedia.de

 

 

 

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